Jen lebt in Buffalo (NY) und arbeitet neben dem Studium in einem Buchladen, als sie an einem schicksalhaften Abend die Liebe ihres Lebens kennenlernt… Doch die Liebe allein kann sie vor ihrem Schicksal nicht beschützen.

Genre: Romanze/Erotik/Drama
Rating: P18

Mittwoch, 10. August 2011

Kapitel 2: Entschuldigung...

***Jennifer POV***
Die darauffolgende Woche schleppte sich gähnend dahin und ich war froh, als es endlich wieder Freitagnachmittag war und ich alle Viere von mir strecken konnte. Auf dem Heimweg von der Uni freute ich mich schon auf eine heiße Dusche, die Couch und ein gutes Buch. Ich hatte mir gestern aus dem Laden Hemmingways 'Das kurze glückliche Leben von Francis Macomber' mitgenommen. Gerade wollte ich mich meiner Kleider entledigen, als mir einfiel, dass ich doch noch Milch und Kaffee kaufen wollte, da ich heute Morgen feststellen musste, dass nichts mehr davon da war. Also schnappte ich mir wieder mein Fahrrad und ging zum Fahrstuhl. Die Tür öffnete sich und ich erstarrte. Da stand er vor mir an die hintere Fahrstuhlwand gelehnt und schaute mich mit seinen blaugrauen Augen durchdringend von unten herauf an.
»Willst du mitfahren oder in der Tür festwachsen?«, riss mich Robs barsche Stimme aus meiner Bewegungslosigkeit.
»Oh... ja... sorry... ich...«, stammelte ich errötend vor mich hin und schob mein Rad in den Fahrstuhl. Mir rasten alle möglichen Gedanken durch den Kopf... Er musste Jacksons Kumpe seinl? Hatte er noch immer Liebeskummer? Und seit wann wohnt er denn hier? Er musste im 10. Stock direkt über mir wohnen. Mehr Stockwerke gab es ja nicht und meines Wissens dort auch nur ein Appartement. Warum bin ich ihm vorher nie über den Weg gelaufen? Als wir unten ankamen, stürmte er an mir vorbei und war auch schon durch den Ausgang verschwunden. Ich konnte nur noch mit dem Kopf schütteln und fragte mich erneut, warum wir uns bisher im Haus nie begegnet sind? 

Ich verstaute meine Einkäufe im Schrank und wollte gerade unter die Dusche steigen, als das Telefon klingelte. Es war Ashley. »Hey Süße. Lust aufs 'Dive' heute Abend?«
Nachdem sie fünf Minuten auf mich eingeredet, und ich sämtliche Ausreden verbraucht hatte, sagte ich ihr schließlich zu. Sie schaffte es auch immer wieder. Ich muss mir angewöhnen, öfters mal 'Nein' zu sagen. 

Schon um 22 Uhr war das 'Dive' brechend voll. Ich hatte Mühe zu unserem Stammplatz durchzukommen. Die ganze Bande war bereits versammelt. Ashley sprang lachend auf mich zu und umarmte mich mit einem »Da bist du ja endlich!« und zog mich mit sich.
Ich hatte ihn gar nicht bemerkt, bis Ashley mich auf die Bank zog. Rob saß mir schräg gegenüber in der hintersten Ecke und nippte an seinem Bier. Ich starrte ihn verstohlen an. Was hatte er nur an sich? Waren es seine wild abstehenden Haare, seine schlanke hochgewachsene Gestalt oder doch seine durchdringenden Augen. Jetzt spürte ich sie auf mir... Er sah mich an. Mein Puls fing an zu rasen. Was passierte hier gerade mit mir... Jen, reiß dich zusammen. Tief durchatmen, sagte ich mir immer wieder in Gedanken. Ich holte mir ein Bier an der Bar, nahm all meinen Mut zusammen und ließ mich neben Rob auf die Bank fallen. »Hi«, mehr brachte ich nicht raus.
»Ach, lass mich in Ruhe!« Er sprang auf und lief zum Ausgang.
Völlig konfus starrte ich ihm nach und rannte ihm schließlich hinterher. Vor der Tür bekam ich ihn am Ärmel zu fassen. »Hey, ich weiß ja nicht was du für ein Problem hast, aber...?«
»Genau. Du weißt gar nichts«, fuhr er mir dazwischen. »Lass mich einfach in Ruhe! OK?«, zischte er mich wütend an und schüttelte grob meine Hand ab. Er drehte sich um und lief davon.
Mir stiegen Tränen in die Augen. Ich saß schluchzend am Boden als ich Ashleys Stimme vernahm. »Kleines, was ist denn los? Warum weinst du denn?«
»Nichts. Könntest du mich bitte nach Hause fahren. Mir ist nicht gut.«
»Ja klar. Aber was ist denn passiert. Hat Rob was...?«
»Nein... Bitte... fahr mich einfach nach Hause. Ja?«, unterbrach ich sie.
»OK. Ich sag nur schnell Jackson Bescheid. Warte hier!«

***Robert POV***
Ich war noch viel zu aufgebracht und bemerkte erst nach mehrmaligem Klingeln, dass es mein Handy war. Ich klappte es auf. »Ja.«
»Sag mal Alter spinnst du? Was hast du denn mit Jen gemacht?«, brüllte mir Jackson ins Ohr.
»Nichts. Warum?«, log ich.
»Ash hat sie gerade völlig verstört und weinend nach Hause gefahren. Wenn du ihr weh getan hast, ramm ich dich ungespitzt in den Boden.«
»Ich hab sie gar nicht angefasst. Hab ihr nur gesagt, sie soll mich in Ruhe lassen. Was kann ich dafür, wenn sie darauf so empfindlich reagiert.«
»Hey. Hör mal zu. Jen ist ein ganz liebes Mädel und ich mag sie sehr gern und ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn man so mit ihr umspringt.«
»Ist gut, du hast ja Recht. Es tut mir leid. Ich hab völlig überreagiert. Sie kann ja nichts dafür, dass ich mich so mies fühle«, gab ich zerknirscht zu.
»Na... das will ich aber auch meinen«, beruhigte sich Jackson langsam. »Ich denke, da ist eine Entschuldigung fällig.«
»Entschuldige man.«
»Nicht bei mir, du Trottel. Bei Jen.«
Ich musste Jackson schließlich hoch und heilig versprechen, dass ich mich bei ihr entschuldigen würde, was er dann auch überprüfen wolle.

Ich steckte mir vor dem Haus eine Zigarette an und starrte in den sternenklaren Himmel. Wie sollte ich das anstellen? Einfach bei ihr Klingeln... 'Hey Jen, es tut mir leid.' ...und wieder verschwinden? Oder sollte ich besser nur anrufen? Wenn man sein Gegenüber nicht sehen konnte, war es meist leichter. Aber ich hatte ja ihre Nummer gar nicht und Jacks wollte ich jetzt nicht nochmal anrufen.
Ich fuhr in den 9. Stock. In Appartement 9a wohnte die alte Mrs Hausman. Ich hatte ihr neulich mit den Einkaufstüten geholfen. Also blieb nur noch 9b übrig. Ich klingelte. Eine Weile tat sich nichts, bis ich plötzlich Schritte hinter der Tür vernahm. Die Tür ging auf und ich erschrak als sie mit völlig verweinten Augen vor mir stand.
»Was willst du denn hier?«, schluchzte sie noch immer.
»Ich... ich... ich wollte mich wegen vorhin entschuldigen«, stotterte ich vor mich hin. »Es tut mir leid, dass ich dich so angefahren habe. Du kannst ja schließlich nichts dafür, dass...« Ich musste hier weg. Wieder kamen diese verdammten Erinnerungen der letzten 4 Jahre in mir hoch. Ich wollte mich gerade umdrehen und zum Fahrstuhl, als mich ihre kleine Hand am Arm berührte und zurückhielt.
»Möchtest du rein kommen?«, fragte sie mehr flüsternd.
»Jen, ich weiß nicht, ob das gut ist.«
»Lass uns reden. Ich koch uns einen Tee, du kannst aber auch gerne ein Bier haben.« Sie lächelte zaghaft.
»Oh... lieber nicht. Mir brummt noch der Schädel von gestern, nachdem Jackson eine Runde nach der anderen geschmissen hat«, gab ich erleichtert zu. Die verkrampfte Atmosphäre fühlte sich schon etwas entspannter an.
Ihre Wohnung war nur halb so groß wie meine. Während sie in der Küche mit dem Wasserkocher herumhandierte trat ich auf den Balkon hinaus und steckte mir eine Zigarette an. Ich genoss den nächtlichen Anblick des Sees. Ihr Balkon war ebenfalls viel kleiner, aber das minderte die Aussicht nicht im geringsten. Ich nahm einen tiefen Zug meiner Zigarette und spürte das wohlig leichte Brennen in meiner Lunge, als Jen hinter mir auf den Balkon trat.
»Es ist eine herrliche Nacht«, flüsterte sie. Sie reichte mir eine Tasse und wir setzten uns auf die Balkonstühle. Eine gefühlte Ewigkeit sagte keiner von uns ein Wort und wir starrten nur auf den See hinaus. »Darf ich dir eine Frage stellen?«, unterbrach sie plötzlich die Stille.
»Ja, klar.«
»Woher kennst du eigentlich Jackson?«
Ich sah sie verdutzt an. Mit dieser Frage hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. »Oh... ähm... vom Theater. Ich bin vor ein paar Jahren mal kurzfristig für eine kleine Rolle eingesprungen, weil einer der Darsteller krank wurde.«
»Und hattest du sonst noch Auftritte am Theater?«, fragte sie weiter.
»Früher, in der Schule, aber das zählt wohl nicht.« Sie schien sich damit zufrieden zu geben, denn es trat wieder Stille ein und ich beobachtete aus den Augenwinkeln wie sie gedankenverloren an ihrer Tasse nippte und auf den See hinausschaute. »Ich sollte jetzt doch besser gehen«, rutschte es mir plötzlich raus.
»Ich langweile dich, stimmts? Das tut mir leid. Aber ich kann mich hier draußen immer so herrlich entspannen und vergesse dann einfach alles um mich herum«, plapperte sie drauflos.
»Nein, das ist es nicht, aber es ist schon spät und ich hab in letzter Zeit nicht sonderlich viel geschlafen. Also, danke für den Tee. Schlaf gut.« Ich stand auf und ging zurück ins Wohnzimmer, ich hörte wie sie ebenfalls aufstand und mir folgte. An der Wohnungstür drehte ich mich noch einmal um, als mir eine Idee kam. »Hättest du Lust morgen Nachmittag mit mir einen Kaffee trinken zu gehen?«
»Ja, sehr gerne«, lächelte sie mir entgegen. »Aber ich kann erst ab 4, da ich bis 3 Maggie noch im Buchladen helfen muss.«
»OK. Gut. Also, dann hol ich dich um 4 ab. Bis morgen.« Sie schloss die Tür hinter mir und ich ging mit einem Lächeln im Gesicht in meine Appartement.

Später, als ich im Bett lag und die Augen schloss, sah ich noch lange ihr kleines zartes Gesicht vor mir, bis ich in einen traumlosen Schlaf fiel - das erste Mal nach langer Zeit.

1 Kommentar:

  1. So meine Liebe Kat,
    da ich gerade ziemlich up to date bei meinen FF's bin und heute einen freien Tag habe,
    hole ich mal ein paar Chaps auf. So viel ist es ja noch nicht, dass schaff ich SCHAKA!
    Rob an der Fahrstuhlwand gelehnt. Heiß! Rob mit barschem Ton! MEHR ALS NUR HEIß!
    SIE WOHNEN IM GLEICHEN HAUS! *kreisch* Wie spannend! Aber sie hat ihn noch nie dort gesehen? Spannung!
    Ich find einen gefrusteten Rob ja mehr als geil. *hust* Wie er da aus der Tür stürmt... *grrrrr*
    Oh Jennifer gehört also zu den Frauen die nicht Nein sagen können, dann hoffen wir mal, dass sie auch zu Rob nicht nein sagt. *g*
    Ohhhh ins Dive und Rob ist auch da.. und er ist wieder mürrisch. Mensch gebt dem Mann Alkohol,
    viel Alkohol damit er endlich mal auftaut und gute Laune bekommt.
    Was er nur an sich hatte? Ja, alles richtig was du da aufzählst. VIELLEICHT LAG ES ABER AUCH AN DEN LANGEN FINGERN
    und vielleicht hatte sie schon im Hinterkopf was er damit anstellen kann... oh ich drifte heute viel zu schnell ab. *g*
    Boah er ist aber auch pissig und warum macht mich das jetzt so an. *lach* Oh ich sollte auch mal einen wütenden Rob einbauen... das ist grrrrrr
    Was ist denn bitte sein Problem. Man kanns ja auch echt übertreiben.... tztztz...
    aber ich seh schon gleich kommt robs pov. mal sehen ob sich da was erschließt.
    Arme Jenny... wieso herrscht er sie denn so an. Also das find ich nun übertrieben, und auch nicht mehr sexy Böööööser Rob!
    Aber immerhin ist Rob einsichtig, wenn auch wirklich ein bisschen trottelig. *lach*
    Ohhhh er geht zu ihr... *seufz* Ein wenig unbeholfen, aber ahhhh sweeeet....
    Ich bin überrascht wie gutherzig Jen ist. Ist sie nicht ein kleines bisschen sauer? Aber wer könnte ihm schon böse sein!
    Also das mit dem Schauspielkram ist mir noch nicht so wirklich klar. Also es ist vor der Twilighkariere, oder? Und da kennen sich aber die Darsteller schon?
    Ich schätze mal das ergibt sich in den nächsten Chaps endlich. ;D
    Ahhhh er läd sie auf einen Kaffee ein. Da kommt wohl langsam jemand aus seinem Schneckenhaus. *seufz*
    Und er sieht sie vor seinem inneren Auge. Süß.
    Sehhhr schönes Chap.
    Und gleich weiter mit Chap 3. ;)
    *knutsch dich*

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