Jen lebt in Buffalo (NY) und arbeitet neben dem Studium in einem Buchladen, als sie an einem schicksalhaften Abend die Liebe ihres Lebens kennenlernt… Doch die Liebe allein kann sie vor ihrem Schicksal nicht beschützen.

Genre: Romanze/Erotik/Drama
Rating: P18

Mittwoch, 30. November 2011

Kapitel 9: Das Konzert

***Jennifer POV***
»Wir gehen heute Abend noch auf ein Konzert«, stellte mich Rob plötzlich vor vollendete Tatsachen und schob sich das letzte Stück seines Himbeermarmeladebrötchens in den Mund.
Stirnrunzelnd sah ich ihn an. »Wer spielt denn?«, fragte ich schließlich.
»Lass dich überraschen. Er wird dir gefallen«, lächelte er mir freudestrahlend entgegen.
»ER? Kenne ich ihn? Was für Musik macht ER?« Ich mochte keine Überraschungen, also löcherte ich ihn weiter mit Fragen. Robert hob nur lachend die Arme in die Luft und drückte mir einen Kuss auf die Haare, während er aufstand um die Teller in den Geschirrspüler zu räumen. Schmollend lehnte ich mich auf meinem Stuhl zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. »Das ist gemein. Ich hasse Überraschungen.«
»Bitte Jen. Lass mir doch die Freude... mmh?« Er lachte noch immer. »Du kannst mich gern weiter mit Fragen löchern, aber du wirst nichts aus mir rausbekommen.« Damit zog er mich hoch und umschlang mich mit seinen Armen. »Ich liebe es, wenn du schmollst«, grinste er und hauchte einen Kuss auf meine vorgeschobene Unterlippe.

Aus Robert war nichts mehr rauszubekommen und so ging ich - noch immer schmollend - in meine Wohnung, um mir für den Abend eine passende Garderobe auszusuchen. Ich probierte ein Outfit nach dem anderen an, bis ich mich schließlich rücklings aufs Bett fallen ließ. »Ich hab nichts anzuziehen«, seufzte ich vor mich hin.
Noch einen letzten Versuch wollte ich starten und stapfte zurück ins Ankleidezimmer. Nach weiteren drei Outfits entschied ich mich für meine ausgewaschenen Hüftjeans mit ein paar Löchern, dazu die weiße Leinenbluse und die schwarzen Wildlederboots.

~oOo~

***Robert POV***
»Wow«, mehr bekam ich nicht raus, als ich Jen die Tür öffnete und sie ansah. Mir blieb wortwörtlich die Spucke weg. Am liebsten hätte ich sie sofort ins Schlafzimmer gezogen und ihr den lästigen Stoff wieder heruntergerissen. So zog ich sie nur an mich und flüsterte ihr ins Ohr: »Du siehst umwerfend aus.«
Wie erwartet, errötete sie und brachte ein leises schüchternes »Danke« hervor.
Ich drückte ihr einen zärtlichen Kuss auf die Lippen. Nur widerwillig löste ich mich von ihr. »Wir sollten gehen. Das Taxi wartet bereits.«
Während der Fahrt sprachen wir kein Wort und ich konnte den Blick nicht von ihr wenden. Meine kläglichen Versuche, mich abzulenken, halfen mir auch nicht dabei zu verhindern, dass meine Hose an einer gewissen Stelle immer enger zu werden schien.
Das Taxi hielt eine halbe Stunde später vor einem kleinen Nachtclub namens 'Owens'. Ich zahlte und wir stiegen aus. Jen griff nach meiner Hand und sah mich fragend an. Ich grinste sie nur an, da ich genau wusste, dass sie vor Neugier verging, und schob sie vor mir her in den Club. Der Türsteher wusste Bescheid und führte uns gleich in den Backstagebereich. Er klopfte an eine Tür und verschwand sofort wieder. Mein bester Kumpel öffnete und zog mich sogleich in eine freundschaftliche Umarmung.
»Komm doch rein«, sagte er schließlich. Er sah über meine Schulter und erblickte Jen, die schüchtern hinter mir stand. »Halloooooo? Wen haben wir denn da Bezauberndes?«
»Das ist Jennifer. Meine... Freundin.« Ich war mir plötzlich gar nicht sicher, ob sie wollte, dass ich sie so nannte. Seit vier Tagen verbrachten wir jede freie Minute miteinander, der Sex mit ihr war unbeschreiblich und ich konnte an nichts anderes als an sie denken. Wenn Jen nicht bei mir war, hatte ich das Gefühl nicht vollständig zu sein. Aber dennoch zweifelte ich daran, ob es wirklich richtig war, dass ich mich nach all den zurückliegenden frustrierten Monaten so schnell - ohne sie tatsächlich zu kennen - Hals über Kopf in sie verliebt hatte. Ja... genau das hatte ich...
»Hi. Ich bin Bobby. Bobby Long«, riss mich Bobby aus meinen Grübeleien und zog Jen in eine Umarmung.
Völlig überrumpelt sah sie mich hilfesuchend an.
»Hey hey«, ging ich lachend dazwischen, »nicht so stürmisch.«
»Eine freundschaftliche Umarmung wird doch wohl erlaubt sein«, sagte er lachend und schlug mir auf die Schulter.
Bevor ich noch etwas erwidern konnte, klopfte es an die Tür und selbige wurde auch gleich im nächsten Moment aufgerissen und eine kleine blonde, etwas rundlich wirkende Frau streckte ihren mit einem Headset bestückten Kopf ins Zimmer. »Bobby, du hast noch 5 Minuten. Der Club ist gerammelt voll. Viel Glück!«
Mein Kumpel stöhnte auf. »Na dann, macht es euch gemütlich. Bier ist im Kühlschrank. Bedient euch. Ich werd' mich dann mal der wütenden Meute stellen.«
»Wir kommen gleich nach. Hals und Beinbruch«, sagte ich grinsend und boxte Bobby noch einmal freundschaftlich gegen den Oberarm.
Wir waren wieder allein. Doch bevor ich auch nur einen weiteren Gedanken daran verschwenden konnte, zog mich Jen an der Hand zur Tür hinaus, um Bobby zu folgen. »Das will ich nicht verpassen«, sagte sie aufgeregt und fügte lachend hinzu, »Ich hoffe, er ist so gut, wie du behauptet hast.«
»Besser«, grinste ich ihr hinterher.
Am Bühnenausgang hatten wir einen guten Blick auf Bobby, der es sich auf der Bühne mit der Gitarre in der Hand auf einem Hocker bequem gemacht hatte und sein Publikum mit ein paar Witzeleien begrüßte. Als er die ersten Takte zu Hank Williams' They'll Never Take Her Love From Me anschlug, schlang ich meine Arme von hinten um Jen und zog sie an mich. Eine ganze Weile standen wir aneinandergeschmiegt verdeckt vom Vorhang vor den Blicken des Publikums nur da und lauschten den Klängen, die Bobby seiner Gitarre entlockte. Plötzlich drehte sich Jen um, schlang ihre Arme um meinen Hals und drückte mir ihre warmen Lippen auf meinen Mund. »Er ist so toll. Warum hab ich vorher noch nie etwas von ihm gehört?«
»Ein Geheimtipp«, grinste ich in ihren anhaltenden Kuss. »Wir haben uns vor Jahren in einem Club kennengelernt. Ich liebe seine Musik«, fügte ich noch hinzu.
Sie seufzte und legte ihren Kopf auf meine Brust, und so verharrten wir bis zum Ende von Bobbys Auftritt. Es fiel mir jedoch schwer mich auf das Konzert zu konzentrieren, denn unentwegt schlich sich ihr verführerischer Anblick vor mein geistiges Auge, der sich mir eingebrannt hatte, als ich ihr vor nicht einmal einer Stunde die Tür zu meinem Appartement geöffnet hatte. Mit meinen Fingerspitzen strich ich immer wieder über ihren Rücken und musste der Versuchung widerstehen unter ihre Bluse zu schlüpfen. Sobald ich ihre nackte Haut berühren würde, hätte ich für nichts mehr garantieren können und sie wahrscheinlich gleich jetzt und hier hinter der Bühne genommen.
Das Konzert war wohl zu Ende, denn Bobby stand plötzlich vor uns und sagte: »So, ihr zwei Hübschen, was machen wir jetzt? Ich hab den Rest des Abends frei«, und zeigte uns seine weißen Zähne in einem breiten Lächeln.

~oOo~

Im 'Dive' schien die Hölle los zu sein als wir gegen zehn ankamen. Vom Taxi aus hatte ich Tom und Jackson von unserer kurzfristigen »Party«-Planung informiert.
»Hey Bobby, schön dich mal wieder zu sehen«, kam Tom freudestrahlend auf ihn zugelaufen. »Mir kommt es schon wieder wie eine Ewigkeit vor, dass ich das letzte Mal in London war«, fügte er hinzu, als er sich aus der freundschaftlichen Umarmung löste und Bobby dabei auf die Schulter klopfte.
»Selber Schuld, wenn du dich nur noch in den Staaten rumtreibst. Ich hab gehört, du willst dich hier dauerhaft niederlassen?«, lachte Bobby Tom an.
»Ob es dauerhaft wird, steht noch in den Sternen, aber ja, es stimmt, wir haben uns ein Appartement hier gekauft. Amber war von Anfang an hin und weg von dieser Stadt.«
»Wie kommen eigentlich die Hochzeitsvorbereitungen voran?«, warf ich dazwischen.
»Oh, erinner' mich bitte bloß nicht daran. Amber würde ganz England einladen und Gott weiß wen sonst noch, wenn ich sie nicht bremsen würde. Am liebsten würde ich sie nach Las Vegas in eine Drive-In-Kapelle schleifen und das restliche Hochzeitsgeld im Casino verzocken.« Wir brachen alle drei gleichzeitig in schallendes Gelächter aus.
»Na Jungs, amüsiert ihr euch?« Amber und Jen standen plötzlich mit fünf Flaschen Bier vor uns und Tom blieb das Lachen im Hals stecken.
»Über was lacht ihr denn?«, fragte Jen schließlich, wobei ich Tom auf den Rücken klopfte, der aus dem Husten nicht mehr rauskam.
»Ach, ich hab ihnen nur gerade ein paar witzige Erlebnisse auf meinen Konzerten erzählt. Nichts besonderes«, sprang Bobby lächelnd ein. »Wenn ich mich mal zur Ruhe setze, werde ich darüber ein Buch schreiben und Millionen damit verdienen.«
»Träum weiter, Kumpel«, schlug ich Bobby auf den Rücken.
»Genug gelabert... lasst uns lieber feiern«, sprang Jackson dazwischen und schob uns alle in Richtung Tanzfläche.
»Oh, ohne mich«, versuchte ich mich herauszuwinden. »Ich werd' ganz bestimmt nicht tanzen.«
Selbst Jens flehender Blick konnte mich nicht erweichen und umstimmen. Auf der Tanzfläche fühlte ich mich unbeholfen und ungelenk. Die Tanzstunden damals am Set für die Filmaufnahmen waren eine Tortur und ich ließ sie jedesmal stillschweigend über mich ergehen, indem ich mir vorbetete, dass alles bald vorbei sei.
»Ja, aber am Set hast du doch auch...«, Ashley biss sich auf die Unterlippe. »Ähm, ich meinte, ich dachte, du hättest mal Tanzunterricht gehabt?«, versuchte sie ihren Ausrutscher herunterzuspielen.
»Und genau deshalb hasse ich Tanzen.«
»Schade«, sagte Jen enttäuscht und ich zog sie an mich und suchte mit meinen Lippen ihr empfindiche Stelle hinterm Ohr, woraufhin ich ein leises Seufzen von ihr vernahm, was mir wiederum ein zufriedenes Lächeln entlockte. »OK, häng ich mich halt an Ash und Jackson und du darfst von der Bar aus zugucken«, grinste sie mich frech an.
»Nichts lieber als das«, grinste ich zurück und drückte ihr noch schnell einen Kuss auf den Mund bevor sie sich aus meinen Armen winden konnte.
 

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