Jen lebt in Buffalo (NY) und arbeitet neben dem Studium in einem Buchladen, als sie an einem schicksalhaften Abend die Liebe ihres Lebens kennenlernt… Doch die Liebe allein kann sie vor ihrem Schicksal nicht beschützen.

Genre: Romanze/Erotik/Drama
Rating: P18

Donnerstag, 29. März 2012

Kapitel 10: Rückschläge

***Robert POV***
Zurück an der Bar bestellte ich mir noch ein Bier und suchte mir einen freien Hocker, um das Geschehen auf der Tanzfläche und vor allem Jen zu beobachten. Kaum dass ich saß, fing ich auch schon ihren Blick ein. Sie schien sich nur für mich dem Rhythmus der Musik hinzugeben. Ihre Bewegungen waren verführerisch und anregend und ich spürte erneut das Verlangen, ihr jetzt und hier die Kleider vom Leib zu reißen und sie nach allen Regeln der Kunst zu...
»Nimm deine widerlichen Finger von mir«, riss mich plötzlich Jen's hysterische Stimme aus meinen Träumereien. Sofort sprang ich auf und lief zu ihr.
Noch bevor ich mich auf diesen schleimigen Typen stürzen konnte, hielt mich Jackson zurück: »Die Security kümmert sich schon um Kyle.«
»Wie ist dieser Mistkerl überhaupt hier reingekommen?« Ich war außer mir vor Wut. Hatte ich doch vor gerade einmal zwei Tagen Jen versprochen, dass dieser verdammte Hundesohn nicht mehr in ihre Nähe kommen konnte. Ich versuchte mich von Jackson loszureißen, um Kyle das dreckige Grinsen aus der Visage zu schlagen, doch inzwischen hielten mich auch Tom und Bobby fest. Bethany redete beschwichtigend auf mich ein, dass ihr das alles so leid tue und sie sich nicht erklären könne, wie Kyle ins 'Dive' gelangt sei. Ich geriet immer mehr in Rage und versuchte mich nach wie vor lautstark aus den festen Griffen meiner Kumpel zu befreien.
»Ich denke, es ist besser, wenn wir Rob und Jennifer nach Hause bringen«, hörte ich Bobby sagen und die anderen stimmten ihm zu.
»NEIN!... Dieser Bastard darf nicht einfach so davon kommen«, schrie ich und startete einen erneuten letzten Versuch mich loszureißen und auf Kyle zu stürzen, der bereits von der Security zum Ausgang gebracht worden war. Doch die Umklammerungen meiner Freunde schienen eisern und so gab ich es auf mich zu wehren.
Im nächsten Moment stand Jen vor mir und ergriff mit ihren kleinen Händen mein Gesicht. »Sch... Rob... Bitte lass es gut sein... Es ist doch nichts weiter passiert... Er ist weg...« Ich versuchte ihrem Blick auszuweichen, doch sie hielt meinen Kopf fest, um somit meine Augen zu fixieren. »ROB... Schau mich verdammt noch mal an«, schrie sie.
Erschrocken blickte ich sie nun an und sah wie ihr Tränen die Wangen hinunter liefen. »Jen... Oh Gott, es tut mir leid!«, riss ich sie in meine Arme.
»Ich möchte nach Hause«, vernahm ich kaum hörbar ihre Stimme an meiner Brust.
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren gab ich unseren Freunden ein Zeichen und sie nickten verstehend. Mit Jen fest an meine Seite gedrückt zwängten wir uns durch die gaffende Menge zum Ausgang. Im Taxi hielt ich sie schweigend in meinen Armen, während sie leise vor sich hin weinte. Ich überlegte angestrengt wie ich sie trösten könnte, doch mir fielen keine passenden Worte ein, also hielt ich sie nur fest und strich ihr sanft übers Haar.
Vor meiner Wohnungstür kramte ich nach den Schlüsseln. Ich hielt inne und drehte mich zu Jen. »Meinst du nicht es wäre besser diesen Bastard anzuzeigen?« Ohne aufzuschauen schüttelte sie kaum merklich den Kopf. »Jen, bitte. Sei vernünftig. Ich kann dir nicht garantieren, dass er nicht irgendwann noch einmal auftauchen wird.«
Verschreckt blickte sie mich mit verweinten Augen an, flüsterte aber nur »Nein...« und nahm mir die Schlüssel aus der Hand, um die Tür aufzuschließen. Ohne ein weiteres Wort steuerte sie direkt aufs Badezimmer zu, schloss hinter sich die Tür. Kurz darauf hörte ich, wie sie schließlich Wasser in die Badewanne einließ.
Ich wollte ihr etwas Ruhe gönnen und setzte mich auf den Balkon. Nachdem ich mir meine dritte Zigarette, die ich am vorherigen Stummel angezündet hatte, aufgeraucht hatte, ging ich zurück in die Wohnung und klopfte zaghaft an die Badezimmertür. Es kam keine Antwort und ich klopfte noch einmal etwas lauter.
Erleichtert vernahm ich kurz darauf ein leises „Ja“ aus dem inneren und öffnete die Tür.
»Ist alles in Ordnung?«, fragte ich besorgt.
»Ja, ja... Alles gut. Das Bad hat ein wenig geholfen. Kannst du mir bitte ein Handtuch reichen?« Ich nahm ein großes Handtuch aus dem Schrank und stellte mich damit ausgebreitet vor Jen, um sie in Empfang zu nehmen. Bereitwillig schmiegte sie sich in das Frotteetuch und ich ruppelte sie trocken. Nur mit einem T-Shirt von mir bekleidet tapste sie ins Schlafzimmer und rollte sich sofort unter der Bettdecke zusammen.
»Möchtest du allein sein?«, fragte ich vorsichtig. Ohne etwas zu sagen streckte sie ihre Hand nach mir aus. Ich zog mich schnell bis auf meine Shorts aus und kroch hinter ihr ins Bett und zog sie eng an mich. Es dauerte nicht lange und ich hörte wie sie gleichmäßig und tief atmete... Sie war eingeschlafen.

~oOo~

***Jennifer POV***
In den darauffolgenden Tagen versuchte ich mich mit allen möglichen Aktivitäten abzulenken. Nachdem ich Robert mehrfach versichert hatte, dass es mir prächtig ging, stieg er am Sonntag - allerdings nicht, ohne sich noch fünf weitere Male zu vergewissern, dass ich ihm nichts vorspielte - in den Flieger nach New York. Er hatte diesen Termin absagen wollen, weil er angeblich nicht wichtig wäre, doch ich bestand darauf, dass er flog. Ich würde ihn zwar wahnsinnig vermissen, doch brauchte ich im Moment etwas Abstand. Auch diesmal hatte ich nicht nachgehakt, was das für ein Termin ist.
Maggie warf mich nach Feierabend regelrecht aus dem Laden mit den Worten „Genieße die Zeit, solange du jung bist“ und schob mich zur Tür hinaus.
Und auch wenn ich mich noch so sehr anstrengte, gelang es mir nicht, mich auf die Vorlesungen in der Uni zu konzentrieren. Immer wieder tauchte SEIN - Kyles - Gesicht vor mir auf, und erst nachdem Ashley mich leicht am Arm schüttelte, merkte ich, dass der Saal bereits leer war.
»Träumst du?«, fragte sie. »Oder kannst du es nicht erwarten, bis Rob heute Abend endlich aus New York wieder kommt.«
Ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen, lächelte und schüttelte den Kopf. »Ja... Vier Tage ohne ihn, sind echt zu viel. Lass uns Essen gehen!« Während ich in der Cafeteria gelangweilt in meinem Essen herumstocherte und nur mit halbem Ohr Ashleys Geplapper zuhörte, platzte es aus mir heraus: »Was hälst du von einem Besuch im Zoo?«
»Hä? Wie kommst du denn jetzt darauf? Ich hab doch grad von Jacksons letztem Gig erzählt... Hast du mir überhaupt zugehört?«
»Sorry, Ashley. Ich war in Gedanken völlig woanders...«
»Das hab ich gemerkt«, lächelte sie. »Ähm, also du willst in den Zoo. Ist das dein Ernst? Sind wir nicht etwas zu alt für sowas?«, piekste sie mich in die Seite.
»Ich war noch nie im Zoo. Als Kind hab ich mir das immer gewünscht, doch meine Eltern hatten nie Zeit, waren ständig nur auf Reisen. Und gestern hab ich am schwarzen Brett ein Prospekt vom Buffaloer Zoo gesehen. Lass uns die Jungs fragen und am Wochenende dorthin gehen.« Ich war plötzlich Feuer und Flamme und überzeugt, dass es die beste Idee seit langem ist. »Wir könnten auch Amber und Tom fragen. Ist Bobby noch in der Stadt, vielleicht hat er ja auch Lust?«
»Jen... Jen... Jetzt beruhig dich doch mal wieder. Ich schreib allen eine SMS und dann sehen wir weiter. OK?« Ich nickte und sah zu wie Ashley auf ihrem Handy herumtippte.

Amber war total begeistert von unserer - meiner - Idee und konnte es gar nicht erwarten bis Samstag war. »Oh, ich war ja schon so lange nicht mehr im Zoo. Ich hab es geliebt, als ich noch klein war.«
»Aber inzwischen bist du erwachsen«, murrte Tom und sah alles andere als begeistert aus, als wir am Freitagabend im 'Dive' zusammensaßen.
Jackson lachte und meinte: »Wenn unsere Damen sich einen Ausflug in den Zoo wünschen, dann tun wir ihnen doch den Gefallen.«
»Ach Jackson, du bist der Beste«, sagte ich und fiel ihm lachend um den Hals.
»Tja, Jungs und Mädels, ich würd' euch ja zu gern begleiten«, feixte Bobby, »aber leider geht morgen Früh mein Flieger zurück in Richtung Heimat.« Rob boxte ihm daraufhin demonstrativ auf den Oberarm, worauf sich Bobby auf den Boden warf und gekonnt den Verletzten mimte. »Bei soviel Brutalität ist es wirklich besser, wenn ich nach Hause fliege.« Alle lachten und Rob zog Bobby in eine freundschaftliche Umarmung.

Es war kurz nach 3 Uhr als wir uns nach einem feucht-fröhlichen Abend endlich gemeinsam unter die Decke kuschelten.
»Endlich allein. Hast du mich sehr vermisst?«, flüsterte Rob mir von hinten ins Ohr.
Rob's Rückflug hatte Verspätung gehabt, so dass er erst weit nach Mitternacht nach Hause kam als ich bereits schlief. Am Morgen schlich ich mich auf Zehenspitzen aus der Wohnung, um mich mit Ashley noch vor der ersten Vorlesung in der Bibliothek zu treffen, und da ich noch Maggie bei der Inventur half, sahen wir uns erst abends im 'Dive' zusammen mit allen anderen wieder.
Ich drehte mich zu ihm und musste mich sehr anstrengen im schwachen Schein des Mondes, der durchs offene Fenster drang, sein Lächeln zu erkennen. »Sehr sogar. Versprich mir, dass du mich nie wieder so lange allein lässt.«
Rob drückte mir einen Kuss auf die Stirn. »Versprochen!«
»Gut. Erzählst du mir, was du in New York gemacht hast? Was war das für ein Termin?«
»Jen, Kleines, ich bin müde. Können wir das auf ein andermal verschieben, bitte? Wir wollen doch noch in den Zoo und etwas Schlaf täte uns beiden gut.«
»Mmh. Ok«, murrte ich etwas enttäuscht, aber wollte auch nicht weiter nachhaken. Ich schmiegte mich an seine warme Brust, während Rob mich noch fester an sich zog.
 

1 Kommentar:

  1. jaa :D muss ich demnächst noch machen :D
    Bin übrigens nun bei Kapitel 3 übersetzen.

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